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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

Der Hamburger Grog

Der Hamburger Grog

Herbert Kihm

Eigentlich ist damit das Rezept für einen „steifen Grog" (Stieben) schon erschöpfend beschrieben.


Mit Hamburg hat dieses Getränk nur insofern etwas zu tun, als die Hamburger eine große und gelegentlich auch das Maß des Bekömmlichen überschreitende Neigung zum Rumgrog entwickelt haben, was vielleicht auch an der Zuneigung zur britischen Lebensart liegen könnte, wie wir noch sehen werden.


Rumgrog ist und war zu allen Zeiten ein überaus nützliches Getränk. Es hilft bei Erkältungen und ähnlichen Erkrankungen, sorgt bei Kälte für innere und äußere Wärme, gehört auf jeden Weihnachtsmarkt, zu einer gemütlichen Runde in der Winterzeit und ist in ganz normalen Zeiten sowieso von unschätzbarem Wert.
Auch in unsere Sprache hat er als Adjektiv Eingang gefunden. Bezeichnet „groggy" ursprünglich den Zustand nach dem Genuss von zu viel Grog, so bedeutet es heute allgemein einen „erschöpften" Zustand, speziell in der Boxersprache als Synonym für „angeschlagen" und „taumelnd".


Bevor wir uns also nach dem vierten Grog „groggy" fühlen, machen wir uns auf die Suche nach der Herkunft des Wortes: Zuerst die schönste Entstehungsgeschichte, die leider von den (nüchternen?) Historikern als Legende abgetan wird:


Die „Rum Ration" gehörte vom 17. Jahrhundert bis 1970 auf den Schiffen der Royal Navy als tägliche Schiffsration an die Mannschaft zur Belohnung nach der Arbeit. Auch wurde mit der Mischung versucht, das Trinkwasser, das auf langen Reisen leicht verdarb, wieder genießbar zu machen.


Daher ließ der englische Vize-Admiral Edward Vernon (1684-1757) seine Matrosen ab 1740 das Wasser nur noch mit Rum trinken. Vernons Spitzname war „Old Grog", da er meist einen Umhang aus grobem Tuch, dem „Grogram" trug. Grogram ist eine grobe Mischung aus Seide und Wolle(auch als Tarlatan bezeichnet). Dieser Name wurde dann auf das Getränk übertragen. Im kälteren Klima Großbritanniens wurde dann heißes Wasser genommen. Ab dem 19. Jahrhundert ist das Getränk auch in Deutschland und vor allem an der Küste bekannt.


Die tatsächliche Bezeichnung geht auf eine-wie meist leider -viel trivialere Quelle zurück. In der Karibik wurde schon im 17. Jahrhundert eine Rum-Wasser-Mischung als „Grogg" bezeichnet und in „Grogg-Shoppe" ausgeschenkt.


Eine sehr leckere Variante (finde ich) ist der auf Helgoland und den Nordfriesischen Inseln beheimatete Eiergrog. Bei seiner Herstellung wird neben Rum, Zucker und heißem Wasser ein Eigelb mit der Flüssigkeit verquirlt.


Falls der geneigte Leserin, dem geneigte Leser nun zu einer gemütlichen Grogrunde in der warmen Stube nur noch die passende Musik fehlt, hier ein Tipp:


Es spielt die 97th Regiment String Band: Farewell to Grog" (https://www.youtube.com/watch?v=VN0sFYCk_Sg).
Na denn : „Cheerio!"

*****

Bildquellen:
Grogglas: Ein Glas Grog, Garitzko, via wikipedia commons, public domain
Grogtrinker, Herbert Kihm

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