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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Oscar Troplowitz

Oscar Troplowitz

Herbert Kihm

Troplowitz-Haus, Agnesstraßee 1 in Hamburg, erbaut 1908/09
Troplowitz-Haus, Agnesstraßee 1 in Hamburg, erbaut 1908/09

Oscar Troplowitz wurde am 18. Januar 1863 in Gleiwitz, heute Gliwice (Pl), geboren und starb am 27.April 1918 in Hamburg.
1870 zog die jüdische Familie nach Breslau, wo Oscar nach dem Besuch des Maria-Magdalenen-Gymnasiums eine Lehre als Apotheker absolvierte.


Ab 1884 studierte er dann Pharmazie in Breslau und promovierte 1888 in Heidelberg. Im Jahr 1890 siedelte er schließlich nach Hamburg über, wo er die Firma Paul Carl Beiersdorfs übernahm. Dieser hatte die „Fabrik dermotherapeutischer Präparate" im Jahre 1882 gegründet.

Oscar Troplowitz übernahm jedoch nicht nur die Firma sondern führte auch die Zusammenarbeit mit Paul Gerson Unna, dem Altmeister der Dermatologie in Deutschland, fort. Ein Glücksfall für die Firma war die Einstellung des Chemikers Isaak Lifschütz, der das Emulsionsmittel „Eucerit" entwickelt hatte, das sich Troplowitz 1911 patentieren ließ.

Die „schneeweiße" (lat. niveus) Creme, die damit hergestellt und die ein Welterfolg wurde, war die Geburtsstunde von „NIVEA" und ein Meilenstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens Beiersdorf, heute eine börsennotierte weltweit tätige Aktiengesellschaft mit rund 18.000 Mitarbeitern und einem Umsatz (1915) von 6.686 Mio. EUR.


1896 erfand er einen Klebefilm, der später unter dem Namen „Tesafilm" eine marktbeherrschende Stellung erwarb, 1901 entwickelte Troplowitz den medizinischen Klebeverband „Leukoplast", 1909 folgte die Entwicklung des Lippenpflegestiftes „Labello".

Neben seinen unternehmerischen Aktivitäten, die durch ein starkes soziales Engagement für seine Belegschaft gekennzeichnet waren (u.a. ein Stillraum, kostenloser Mittagstisch, Alters-und Hinterbliebenen-Stiftung, bezahlter Urlaub für die Arbeiter), war Oscar Troplowitz auch ein großer Mäzen.
Testamentarisch vermachte er der Hamburger Kunsthalle eine bedeutende Sammlung französischer und deutscher Impressionisten darunter Werke von Corot, Sisley, Liebermann und Slevogt. 1937 vermachte seine Witwe das Gemälde Picassos aus dessen blauer Periode Die Absinthtrinkerin der Hamburger Kunsthalle. Es befindet sich heute im Kunstmuseum Bern.


Als Mäzen unterstütze er aber auch den Stadtpark-Verein (er war Gründungsmitglied) oder gleichermaßen das katholische, evangelische und jüdische Krankenhaus. Hauptmotive seines Engagements waren: das bildungsbürgerliche und hanseatische Ideal der humanen Förderung, der Wunsch jüdischer Bürger nach Integration sowie die religiöse Tradition der Zedaka, die zu gegenseitiger Unterstützung verpflichtete.

Die Dr. Oscar Troplowitz-Stiftung Hamburg gibt Zuwendungen an gemeinnützige und mildtätige Einrichtungen, fördert wissenschaftliche Einrichtungen und unterstützt Bedürftige, die ohne Verschulden in Not geraten sind.

Sein Säulengrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof wurde von dem bekannten Bildhauer Artur Bock gestaltet. Die Idee für diesen monumentalen architektonischen Grabaufbau stammt von dem Hamburger Stadtbaumeister Fritz Schumacher (s. Beitrag über das Kontorhausviertel), mit dem Oscar Troplowitz eine lange und enge Freundschaft verband.

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 Bildquellen:

  1. Franz Nölken,Porträt von Oscar Troplowitz,1916, via wikipedia commons, public domain
  2. Troplowitz-Haus, Agnesstraßee 1 in Hamburg, erbaut 1908/09, Architekt William Müller (1871-1913), Alinea,nachbearbeitet von Telrúnya,CC-BY-SA 3.0, via wikpedia commons
  3. NIVEA-Produkte, Herbert Kihm