Hamburg Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.hamburg-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Hummel, Hummel! - Mors, Mors!

Hummel, Hummel! - Mors, Mors!

Herbert Kihm

Eine von mehreren Hans-Hummel-Figuren in Hamburg
Eine von mehreren Hans-Hummel-Figuren in Hamburg

Jedem Hamburger ist dieser Spruch bekannt, machen wir uns also auf die Suche nach seiner Herkunft.

Gesichert ist, dass dabei die Hauptperson das Hamburger Original Johann Wilhelm Bentz war. Er wurde am 21.01.1787 in Hamburg getauft, starb ebenda am 15.03.1854 und wurde auf dem Dammtorfriedhof beigesetzt.

Das Schicksal meinte es nicht gut mit Johann Wilhelm, es hatte ihn ausersehen Wasserträger zu werden. Seine Aufgabe war es, Wasser von den Brunnen - es gab noch keine Wasserleitungen - zu den wohlhabenden Bürgern zu bringen, die es sich leisten konnten, das Wasser liefern zu lassen.

Johann Wilhelm war bei den Kindern nicht sehr beliebt, denn er war nicht nur kauzig, er war meist auch schlecht gelaunt und er neigte zu Selbstgesprächen.

Nun kommen wir zur ersten Variante der Herkunft des Spruches:

Nachdem ihm die Dame seines Herzens, eine Jungfrau namens Hummel, den Laufpass gegeben hatte, kam in seinen einseitig geführten Unterhaltungen der Name Hummel häufiger vor. Die Jungs hatten dies bald heraus und ärgerten ihn sobald er auftauchte mit dem provozierenden  Ruf:"Hummel, Hummel!"

Hummelbrunnen in Hamburg am Rademachergang
Hummelbrunnen in Hamburg am Rademachergang

Zweite Variante:

Nach dem Tod des Soldaten Daniel Christian Hummel, zog Johann Wilhelm Bentz in dessen Wohnung in der Großen Drehbahn 36 ein. Hummel war bei den Kindern sehr beliebt, da er immer tolle „Döntjes" erzählen konnte. Sie ärgerten nun den schlechtgelaunten Bentz, indem sie ihm: „Hummel, Hummel" entgegenriefen.

Da sich Johann Wilhelm Bentz von seiner Wasserladung nicht trennen konnte und sich somit auch nicht wehren konnte, machte er seinem Ärger mit der hamburgischen Variante des Götz-Zitates Luft, indem er zurückrief:" Mors, Mors!"

Johann Wilhelm Bentz wurde 1848 arbeitslos, da die Neustadt an die „Stadtwasserkunst" angeschlossen wurde.

Er starb einsam und verarmt, der Spruch hat ihn jedoch unsterblich gemacht.

 

*****

Bildnachweise:
- Vorschaubild: Figur von Hans Hummel in der Spitalerstraße. Autor: Anneke Wolf at de.wikipedia, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
- Figur von Hans Hummel, bürgerlicher Name Johann Wilhelm Bentz (1787-1854). Er lebte in der Großen Drehbahn nr. 36 in Hamburg und gilt als Hamburger Original. Urheber: User KMJ on de.wikipedia, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.
- Hummelbrunnen in Hamburg am Rademachergang. fotografiert am 23.6.2005 von Bejo at de.wikipedia, CC-BY-SA 3.0. Quelle:Wikimedia Commons.