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Friedrich Albrecht
Kennst du Anna Seghers?

Von den Träumen, den Werken und dem Leben der Anna Seghers, das man kurz als aher abenteuerlich bezeichnen kann, erzählt dieses Buch. 

Hamburgs Eingliederung in das deutsche Reich - ein politischer Umschwung?

Hanna Glietz

Hamburg war einst unabhängig und wurde vom Senat, der aus einflussreichen Kaufleuten bestand, regiert. 1871 wurde die Stadt ein Bundesstaat des deutschen Reiches. Im selben Jahr wurde die sogenannte Landgemeindeordnung durch die Hamburger Bürgerschaft beschlossen, was zur Folge hatte, dass 15 Orte rund um den Hamburger Stadtkern zu Vororten erklärt wurden. Der Zweck dieses Beschlusses lag darin, diese Vororte unmittelbar unter städtische Verwaltung zu stellen. Zollrechtlich blieb Hamburg nach der Eingliederung zunächst selbstständig, es war also weiterhin zollrechtliches Ausland. Da Bismarck die staatliche Einheit vollenden wollte, kam es nach harten Verhandlungen (in denen Hamburg als Ausgleich 16 km2 Land an beiden Seiten der Elbe zugesprochen bekam) auch zur zollrechtlichen Eingliederung.

Während der Geltung des Sozialistengesetzes („Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" 1878-1890) war Hamburg eines der sechs Belagerungsgebiete des deutschen Reiches. Unter den staatlichen Repressionen wuchsen die SPD und verschiedene Gewerkschaften eng zusammen und gewannen neue Anhänger.

Hamburgs Direktmandate zum Reichstag waren seit 1890 durchgehend von Sozialdemokraten besetzt. Der städtische Senat war jedoch durch die Verfassung von 1860 (altes Landeswahlrecht) weiterhin großbürgerlich
geprägt. Die Angehörigen des Handels und der Schifffahrt bestimmten die Politik in der Stadt, wovon die Kaufleute profitierten.

1897 wurde das eindrucksvolle Rathaus in Hamburg eröffnet. In den beiden darauf folgenden Jahren zogen erstmals Vertreter der antisemitischen Deutschsozialen Reformpartei in die Bürgerschaft ein.

Zu dieser Zeit waren nur Männer wahlberechtigt und auch nur solche, die Besitzer des Bürgerrechts waren. Das bedeutet, dass weniger als 10 % der Einwohner wahlberechtigt waren. Aus diesem Grund fand die politische Willensbildung des größten Teils der Bevölkerung in Vereinen und Organisationen der Arbeiterbewegung statt. An den Entscheidungen in der Stadt waren nur wenige beteiligt.

1902 gründete sich der deutsche Verein für Frauenstimmrecht. Im Jahr 1906 kam es zum ersten politischen Generalstreik in der Stadt, als die Bürgerschaft das Wahlrecht zu Gunsten der Besserverdienenden ändern wollte. Nach diesen Auseinandersetzungen rund um den „Wahlrechtsraub" bildete die SPD weitere Parteien, welche im ersten Weltkrieg und nach der Revolution 1918 eine zunehmende Rolle spielten.

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