Hamburg Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.hamburg-lese.de
Unser Leseangebot

Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Max James Emden

Max James Emden

Herbert Kihm

All diese Begriffe passen auf diesen Hamburger, nach dem erst 2014 - als späte Ehrung - ein „Wanderweg" in Klein-Flottbek bennant wurde, der mitten durch den ehemaligen Besitz Max Emdens führt.

Max James Emden wurde am 28.Oktober 1874 in Hamburg als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Jakob Emden und seiner Ehefrau Mathilde (s. Artikel: Mathilde Emden) geboren.

Die Familie Emden lebte seit dem 17.Jahrhundert in Hamburg und betrieb einen gutgehenden Textilhandel. Seit 1904 war Max Emden Teilhaber, später Alleininhaber des Textilhandelsunternehmens M. J. Emden Söhne, das er innerhalb weniger Jahre zu einem international agierenden Handelsunternehmen und Warenhauskonzern ausbaute.

Max Emden hatte dazu eine revolutionäre Idee, die man heute „Franchising" nennt:

Er belieferte Geschäfte überall in Deutschland mit seinen Waren, deren Besitzer sich verpflichteten, nur diese feilzubieten. Im Gegenzug gewährte ihnen Emden das Exklusivrecht. Über zweihundert Geschäfte band er so an seinen Konzern.

Er beließ es aber nicht nur dabei. Emden baute Kaufhäuser von nie gekannter Größe, darunter das Oberpollinger in München, das Corvin in Budapest und das „KaDeWe" in Berlin, das 1907 seine Tore öffnete. 3000 Angestellte arbeiteten dort und schon im ersten Jahr werden sechzehn Millionen Reichsmark umgesetzt.

1927 lässt sich das Ehepaar Emden scheiden, Max verkauft neunzehn seiner Kaufhäuser an Rudolf Karstadt, sowie weitere 150 Geschäfte und zieht in die Schweiz.

Er hört, dass die verarmte Baronin de Saint-Léger die Brissago-Inseln im Lago Maggiore verkaufen muss und erwirbt sie für 356 000 Franken. Er ließ die Gärten erneuern, die bestehenden Bauwerke im Wesentlichen abtragen und durch den Berliner Architekten Alfred Breslauer eine schlossartige Villa im klassizistischen Stil errichten. Das 33 Meter lange Römische Bad wurde durch Emden mit der Statue Die Badende des Bildhauers Georg Wrba, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts, versehen. Der heutige botanische Garten ist im Wesentlichen sein Werk. Auch  „verdankt Ascona die Schaffung seiner schönen Golfanlage" seiner und von der Heydts Hilfe. Eduard Freiherr von der Heydt, ein Freund Emdens, war ein deutsch-schweizer Bankier, Kunstsammler und Mäzen und lebte auf dem Monte Verità bei Ascona.

Doch auch die Tatsache, dass er Protestant war und Schweizer Staatsbürger schützten ihn nicht vor dem langen Arm der Nazis, die ihn nach und nach seines gesamten Besitzes („Entjudung") beraubten. Am 26.Juni 1940 erlag Max James Emden im Tessin einem Herzinfarkt.

Alleinerbe des väterlichen Vermögens wurde nach dem plötzlichen Tod Max Emdens im Juni des Jahres 1940 sein einziger Sohn Hans Erich Emden. Darunter befand sich die Inselgruppe der Isole di Brissago im  Lago Maggiore, die ab 1941 verwaisten und verwilderten, als Emdens Sohn, der zuvor als Jude aus Deutschland ausgebürgert worden war, schließlich die Emigration nach Chile gelang.

Hans Erich Emden ließ in diesem Zusammenhang offenbar mehrere berühmte Gemälde, u. a. den Blumengarten in Arles von Van Gogh, sowie von Renoir, Monet und anderen in der Obhut Schweizer Kunsthändler zurück, die die Kunstwerke unter ungeklärten Umständen an verschiedene Sammler verkauften. Die Inseln musste Emden nach dem Krieg schließlich aufgeben und verkaufte sie 1949 für rund 600.000 Franken an den Kanton Tessin und die umliegenden Gemeinden. Der Kanton machte die Inseln 1950 öffentlich. Der deutsche Bundeskanzler Adenauer war in den 1950ern auf den Inseln und empfand die Aussicht auf Ascona als „eine der schönsten Europas".

Die Nachfahren Max Emdens kämpfen bis heute für die Entschädigung des materiellen Unrechtes, auch was die wertvolle Kunstsammlung betrifft. So geht es dabei u.a. auch um die Rückgabe zweier Bilder des Venezianers Bernardo Bellotto (Canaletto,1722-1780).

An den Kanton Tessin und die umliegenden Gemeinden. Der Kanton machte die Inseln 1950 öffentlich. Der deutsche Bundeskanzler Adenauer war in den 1950ern auf den Inseln und empfand die Aussicht auf Ascona als „eine der schönsten Europas".

Die Nachfahren Max Emdens kämpfen bis heute für die Entschädigung des materiellen Unrechtes, auch was die wertvolle Kunstsammlung betrifft. So geht es dabei u.a. auch um die Rückgabe zweier Bilder des Venezianers Bernardo Bellotto (Canaletto,1722-1780).

 

*****

Bildquellen:

- Vorschaubild: Porträtfoto von Dr. Max James Emden (1874-1940), ca. 1928, Urheber:Max1940, CC-BY-SA 3.0, via wikimedia commons
- Villa Isole di Brissago, ACP, self-made by Michael Gredenberg, Urheber Acp, CC-BY-SA 3.0, via wikimedia commons
- Blick auf die Inseln von Brissago von Ronco aus, Ticino2, CC-BY-SA 3.0, via wikimedia commons

Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen