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Florian Russi
Die Irrfahrten des Herrn Müller II
Eine moderne Odyssee

Daniel Müller ist ein aufstrebender junger Möbelkaufmann. Er hat eine Freundin, doch auch eine Kundin seiner Firma versucht ihn zu gewinnen. Als Daniel sie ermordet auffindet, spricht alles dafür, dass er der Mörder ist. Er gerät in Panik und flieht, fährt zum Flughafen und bucht den nächsten Flug ins Ausland. Im Flugzeug entdeckt ihn eine nymphomanisch veranlagte Prinzessin: Sie versteckt ihn in ihrem Schloss. Während Zielfahnder der Polizei ihm auf den Fersen sind, erlebt Daniel immer neue Abenteuer und Überraschungen …


Johannes Brahms

Johannes Brahms

Ulrike Unger

bedeutender Komponist zwischen Hochromantik und Klassik

 

„Er trug, auch im Äußeren, alle Anzeichen an sich, die uns ankündigen: Das ist ein Berufener."

Robert Schumann über Johannes Brahms

Brahms Geburtshaus in Hamburg
Brahms Geburtshaus in Hamburg

Geboren im ärmlichen Hamburger Gängeviertel (Specksgang 24) des Jahres 1833, sah das Kind Johannes einem schweren Weg zum angesehenen Komponisten entgegen. Durch den Vater, den Musikus Johann Jacob Brahms, der in einem kleinen Ensemble Horn und Kontrabass spielte und es später ans städtische Orchester schaffte, fand Johannes Brahms den Zugang zur Musik. Ursprünglich waren Familie und Vorfahren stark handwerklich geprägt, für künstlerische Ambitionen gab es wenig Platz. Der mühsame soziale Aufstieg war also vorprogrammiert.

Glücklicherweise erfuhr Johannes früh Unterstützung durch seinen Vater, der ihn zum Klavierunterricht bei Otto Friedrich Willibald Cossel schickte. Dieser weckte in dem Jungen die lebenslange Wertschätzung der Werke Johann Sebastian Bachs. Privat geschult beim Hamburger Komponisten Eduard Marxen erlernte Brahms danach intensiv die Kunst der Instrumentalmusik. Auch Komposition und Musiktheorie standen auf dem Stundenplan. Um den kleinen Geldbeutel der Familie aufzubessern, trat der jugendliche Brahms in Gastwirtschaften und bei Veranstaltungen auf. Seine Auseinandersetzung mit der Musik entwickelte sich nun bald weg vom unterhaltenden Klavierspiel der Tanzlokale und Wirtshäuser hin zu einer professionellen Musikerkarriere. Aber die Freude an der erfrischenden Kraft der kleinen Provinzkapellen und Schänkenmusikanten legte Brahms niemals ab.

Brahms im Alter von 33 Jahren
Brahms im Alter von 33 Jahren

Das freundschaftliche Verhältnis zum ungarischen Violinisten Eduard Reményi prägte Johannes Brahms in der temporeichen Inszenierung folkloristischer Themen. Am ehesten zeigt sich dies wahrscheinlich in seinen berühmten „Ungarischen Tänzen". Reményi und Brahms gingen gemeinsam auf Konzertreise. Der Kontakt zu dem Geiger Joseph Joachim wurde durch ihn vermittelt.

1853 traf Brahms in Düsseldorf auf das Musikerehepaar Clara und Robert Schumann. Robert war tief beeindruckt von Brahms Können und widmete ihm sogleich einen Aufsatz in seiner „Neuen Zeitschrift für Musik". Verheißungsvoll kündigte er darin einen jungen aufsteigenden Musiker an, von dem noch sehr viel zu erwarten sei. Brahms, der stets bescheidene Künstler, konnte sich mit dieser Formulierung gar nicht so recht anfreunden und fürchtete, seinem Publikum nicht zu genügen, dem Schumann solch musikalische Blüten versprochen hatte. Die markante Brahms´sche Bescheidenheit drückt sich unter anderem in dem von ihm geäußerten Sinnspruch: „Wenn mir eine hübsche Melodie einfällt, ist mir das lieber als ein Leopoldsorden." aus.

Zur 14 Jahre älteren Clara Schumann entwickelt Brahms schnell große Zuneigung, ja später wohl auch Liebe, die sich jedoch nie in einer Ménage-à-trois entlud, denn Brahms übte sich stets in Zurückhaltung. Auch Clara schätzte Brahms sehr. Nach dem Tod Robert Schumanns intensivierte sich der Kontakt zu Clara, zeitweise lebten sie gar zusammen in einem Haus. Ob beide eine Liebesaffäre pflegten, muss offen bleiben. Bekannt ist lediglich, dass ein nicht geringer Teil des Briefwechsels aus dieser Zeit in gegenseitigem Einvernehmen vernichtet wurde. Sie und er blieben allerdings bis zum Tod Clara Schumanns im Mai 1896 sehr eng freundschaftlich verbunden.

1862 bereiste Johannes Brahms erstmals Wien, was ihm bald zur neuen Heimat wurde. Gegen seine Geburtsstadt hegte er fortan einen Groll, da diese ihn bei der Wahl des neuen Dirigenten für die Philharmonischen Konzerte ignoriert hatte. Später aber hat Brahms an das ferne Hamburg oft mit Sehnsucht gedacht.

Die Wiener Jahre können als Brahms´ reichste Schaffensphase betrachtet werden. Hier kreierte er all seine Orchesterstücke und bediente eine Vielzahl musikalischer Genre von Lieder- und Klavierkompositionen über Sinfonien und Kammermusik. Auch sein Ruf als Beethoven-Nachfolger entstand in der Donaumetropole, als er während einer abendlichen Privatveranstaltung von Josef Hellmesberger sen. von diesem euphorisch als „der Erbe Beethovens" bezeichnet wurde.

Die hohen Ehren, die Brahms schon zu Lebzeiten zukamen, sahen nicht alle Musiker-Kollegen gerechtfertigt. So haben etwa Franz Liszt und Richard Wagner seine angeblich zu wenig progressiven Interpretationen der großen Klassiker Beethoven, Haydn und Händel belächelt.

1897, am 03. April, starb Johannes Brahms in Wien. Er wurde auf dem Zentralfriedhof beigesetzt, in der Nähe der Beethoven-Grabstätte. Die Popularität, die Brahms heute noch genießt, liegt zum Teil in seiner Hinwendung zum romantischen Liedgut. Wer kennt nicht sein Wiegenlied „Guten Abend, gut´ Nacht"? Zu weiteren bekannten Werken Brahms´ zählen das Deutsche Requiem sowie seine Sinfonien.

 

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Geburtshaus von Brahms, Rudolf Dührkoop (1848-1918), Gemeinfrei

Brahms im Alter von 33 Jahren, Gemeinfrei

Brahms, C. Brasch, 1889, Gemeinfrei