Hamburg Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.hamburg-lese.de
Unser Leseangebot

Matt Lamb Kirche Bergern

Klaus von der Weiden, Susanne Wellhöfer

Es klingt fast wie ein Märchen, da kommt ein großer amerikanischer Künstler in ein kleines thüringisches Dorf und gestaltet dort die bisher unbedeutende Dorfkirche mit seinen Werken aus. Und doch ist es so geschehen in Bergern unweit der Kleinstadt Bad Berka. Die kleine Broschüre erzählt von der Kirche, dem Künstler und dem Werk, und wie es zu dieser unglaublichen Begenheit kam.

Hans Albers

Hans Albers

Herbert Kihm

Hoppla, jetzt komm ich – der blonde Hans

„Jawohl meine Herren", gemeint ist Hans Albers, dessen Name untrennbar mit Hamburg - St. Pauli verbunden wird.

Vielleicht erinnert man sich an Filme, wie: Große Freiheit Nr. 7 (1944), Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1954) oder: Das Herz von St. Pauli (1957).

Auch seine Lieder von Sehnsucht und Meer: La Paloma (Ein Wind weht von Süd...), Goodbye Jonny, Kleine Möwe flieg nach Helgoland oder Käpt'n Bay-Bay aus Schanghai zeigten dem Publikum den Prototyp eines Hamburger Seemanns - obwohl er weder Schifferklavier spielen konnte, noch jemals zur See fuhr. Passend zu dem Bild, das die Öffentlichkeit von ihm hatte, ein Zitat von ihm: „ Ein Optimist ist ein Mann, der ohne einen Pfennig Geld Austern bestellt in der Hoffnung, eine Perle zu finden, mit der er bezahlen kann."
Hans Philipp August Albers wurde als sechstes Kind des wohlhabenden Schlachtermeisters Philipp Albers und seiner Ehefrau Johanna am 22. September 1891 in Hamburg-St. Georg geboren.

Nach Abschluss seiner Schulzeit, die nicht ohne Konflikte ablief, begann er eine Kaufmannslehre in Frankfurt/Main. Ohne Wissen des Vaters, jedoch mit der finanziellen Unterstützung der Mutter, nahm er privaten Schauspielunterricht und startete - zunächst mit mäßigem Erfolg - seine Theaterkarriere, die abrupt durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. Hans Albers wurde an der Westfront schwer verwundet.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges spielte er an verschiedenen Theatern in Deutschland. Seine Paraderolle war in Liliom von F. Molnár, wo er das Rummelplatz-Ausruferlied: „Komm auf die Schaukel Luise" sang. In diese Zeit fallen auch seine ersten Rollen im Film. 1930 spielte er im Blauen Engel an der Seite von Marlene Dietrich und Ernst Jannings.

Hans Albers bewahrte in der Zeit der Nationalsozialisten zu ihnen stets ein sehr distanziertes Verhältnis, obwohl er von Joseph Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt wurde und daher sehr hohe Gagen fordern konnte und auch erhielt. So bekam er für die Rolle in: Große Freiheit Nr.7 1943 die atemberaubende Gage von 460 000 Reichsmark. Filme aus dieser Zeit sind: 1942 Münchhausen, 1940 Trenck, der Pandur 1939, Wasser für Canitoga, 1937 Der Mann der Sherlock Holmes war. In der Zeit des 3. Reiches musste er sich von seiner Lebenspartnerin, der (halb-)jüdischen Schauspielerin Hansi Burg trennen. Er ermöglichte ihr die Emigration über die Schweiz nach England.1946 kehrte sie zurück und blieb bis zu seinem Tod mit ihm zusammen.

Nach dem 2. Weltkrieg setzte er seine Filmkarriere fort. Unter anderem drehte er mit Heinz Rühmann den sehr erfolgreichen Film: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. In den 50er Jahren wurde seine Alkoholkrankheit ein immer größeres Problem, der körperliche Verfall immer deutlicher. 1957 verabschiedete er sich von der Theaterbühne mit Carl Zuckmeyers Seiltänzerstück: „Katharina Knie", 1960 kam sein letzter Film, eine Krimikomödie: „Kein Engel ist so rein" in die Kinos.

Im Alter von 68 Jahren brach er während einer Theatervorstellung mit schweren inneren Blutungen zusammen. In einem Sanatorium in Kempfenhausen am Starnberger See starb er am 24. Juli 1960. Gemäß seinem Wunsch: „Heimat ist da, wo man stirbt, nicht da wo man lebt. Und wenn die Reihe mal an mir ist, dann soll es Hamburg sein" wurde die Urne Hans Albers auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in seiner Geburtsstadt Hamburg beigesetzt.

Über 10 000 Menschen nahmen dort Abschied von ihm. Regisseur Helmut Käutner rief ihm die Schlussworte des Seemanns Hans Kröger aus der „Großen Freiheit" zu: „Tschüss, min Jung. Good bye Jonny. Moi Wedder end gode Fahrt!" - dann erklang noch einmal: „La Paloma".

*****

Fotos:  wikipedia

  1. Briefmarke, als amtliches Werk gemeinfrei
  2. Statue von Hans Albers auf dem Hans-Albers-Platz (Nähe Reeperbahn), source: Andreas
    Straßer (GFDL), wikipedia, creative-commons-Lizenz 3.0, nicht portiert.



Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen