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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Hamborger Veermaster

Der "Hamborger Veermaster" ist ein Shanty von 1849. Die Strophen dieses Liedes sind auf Plattdeutsch und der Refrain ist Englisch.

Gesungen wurde dieser Shanty beim Segelhissen und zudem wurde er in den Liedschatz der Jugendbewegung (welche im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts stattfand) aufgenommen.

Es handelt sich um eine Adaption von "The Banks Of Sacramento" und die Melodie stammt aus einem Kirchenlied. Der Refrain ist aus der englischen Ballade "Ten thousand miles away".

 Cyntia Rammel

  

Strophen plattdeutsch:

2. Dat Deck weer von Isen, vull Schiet und vull Schmeer,
dat weer de Schietgäng ehr schönste Pläseer.


3. Dat Logis weer vull Wanzen, de Kombüüs weer vull Dreck,
de Beschüten, de löpen von sülben all weg!


4. Dat Soltfleesch weer gröön un de Speck weer vull Maden,
Kööm geew dat blooß an'n Wiehnachtsabend.


5. Un wull'n wi mol seil'n, ick segg dat jo nur,
denn lööp he dree vörut und veer werrer retur.


6. As dat Schipp, so weer ok de Katein
de Lüüd för dat Schipp wörrn ok blooß schanghait.

 

"Übersetzung":

1. Ich habe mal den Hamburger Viermaster gesehn. Die Masten waren so krumm wie die Beine des Kapitäns.

2. Das Deck war voll Eisen, voll Dreck und voll Schmiere. Das war des Schrubbkommando‘s schönste Pläsier.

3. Die Kombüs war voller Wanzen, die Kajüt‘ war voll Dreck. Der Schiffszwieback, der lief von selber weg.

4. Das Salzfleisch war schimmlig-grün und der Speck voller Maden. Und Köm (Schnaps) gab es bloß am Weihnachtsabend.

5. Und wollten wir mal segeln, ich sag‘ euch das nur, dann lief er drei (Faden) voraus und vier wieder retour.

6. Und wie das Schiff war auch der Kapitän. Die Leute fürs Schiff waren auch bloß Schanghait. (gewaltsames Rekrutieren von Seeleuten)

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