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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Wolfgang Borchert

Wolfgang Borchert

Hans Bader

Ein Buch, in hellgraues Leinen gehüllt. Darauf in schwarzen Versalien: "Das Gesamtwerk", von einem Dichter, dem nur zwei Jahre zum Schreiben geblieben waren. Ergebnis: 29 Gedichte, 39 knappe Prosatexte (manche nur 2 Seiten lang), und „Draußen vor der Tür" (als Hörspiel gesendet, als Bühnenstück aufgeführt), alles zusammen: 380 Seiten. Der Autor: Wolfgang Borchert, geboren am 20. Mai 1921 in Hamburg, gestorben am 20. November 1947 im Clarahospital in Basel. Die Urne wurde am 17. Februar 1948 auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet.

Im Winter 1945/1946, Wolfgang Borchert lag im Krankenhaus, schrieb er „Die Hundeblume", ein kleines Stück Prosa. Das Erlebnis Zelle. Dieser Text und einige andere wurden auf einen Borchert-Abend im November 1946 gelesen. Im gleichen Jahr erschien das erste Gedichtbändchen „Laterne, Macht und Sterne" im Verlag Hamburgische Bücherei. Für eine Anthologie „Hamburg, Heimat am Strom" (Gedicht aus drei Jahrhunderten) schrieb Wolfgang Borchert den Prolog. Weitere Gedichte, weitere Texte. Und schließlich „Draußen vor der Tür". In acht Tagen aufs Papier geworfen, als Hörspiel am 13. Februar 1947 gesendet. 30 Bühnen übernahm das Stück.

Zur Wehrmacht eingezogen hatte er Briefe nach Hause geschickt, in denen die Wahrheit über den Krieg stand. Anklage! Doch vor der Verhaftung wurde er an die Ostfront kommandiert. Verwundet und schwer krank kam er ins Lazarettgefängnis nach Nürnberg. Das Gericht: Todesurteil! Zum Frontdienst „begnadigt". Sein körperlicher Zustand macht in kampfuntauglich. Wieder Haft. Eine Zelle in Berlin-Moabit. Der Todkranke wurde nach Süddeutschland verfrachtet. Die Amerikaner befreiten ihn. Im Mai 1945 kam er nach Hamburg zurück.

Seine Jugend, sein Lebenswillen stemmten sich gegen den Verfall. Er musste schreiben, und er schrieb so, dass er als „bedeutendster deutscher Nachkriegsdichter" apostrophiert wurde. Was er fühlte und wusste wurde in Worte gegossen, die stilsicher auf den Leser, auf den Hörer trafen. „Da ist ein Mensch. Ein Mensch, der spricht wie Du. Der denkt wie Du. Der leidet wie Du. Ein Mensch." So in einem Brief, an Borcherts Mutter geschickt. Und: „Einsam wie vorher - wie vorher? - doch nicht ganz. Ein klein wenig reifer und vor allem reicher durch Wolfgang, Ihren Sohn!

Hamburg hat er geliebt: „Das ist Tod und Leben, Arbeit, Schlaf, Wind und Liebe, Tränen und Nebel! Das ist unser Wille, zu sein: Hamburg!"

Und das Leben hat er geliebt: „Das Leben ist: Angst haben. Und Freude haben. Angst haben, dass man unter den Zug kommt. Und Freude, dass man nicht unter den Zug gekommen ist. Freude, dass man weitergehen kann."

 

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Literatur:
- Diether Krywalski: Knaurs Lexikon der Weltliteratur. Autoren. Werke. Sachbegriffe
Bechtermünz Verlag o. J. (1999)
- Wolfgang Borchert. Das Gesamtwerk. Mit einem biographischen Nachwort von Bernard Meyer-Marwitz. Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1961

Vorschaubild:
Wolfgang Borchert Sondermarke der Deutschen Bundespost unter Verwendung eines Porträtfotos von Rosemarie Clausen

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