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Der Bettnässer

Florian Russi

Roman 2012

Mauritz Mühlenbein wächst in einem Elternhaus ohne Geborgenheit, Verständnis und Wärme auf. Der Internatsdirektor sieht in ihm eine Bedrohung für die Schule, denn Mauritz scheint die Eigenschaft zu haben, seine Mitmenschen unbewusst in ihren Gefühlen und ihrem Verhalten zu beeinflussen. Als er dann auch noch in einen Mordanschlag verwickelt wird, sieht der Direktor den guten Ruf der Schule bedroht.

Auch als E-Book erhältlich

Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld

Florian Russi

Ein Hamburger in Paris

Der junge Mann aus gutem Hamburger Hause zeichnete gern, entwarf Kleider und liebte die Kunst. In der Schule war ihm das nicht von Nutzen und auch der Vater, ein angesehener Unternehmer, hatte sich von seinem Filius mehr Interesse für wirtschaftliche Vorgänge erwartet. Die Mutter aber förderte seine Begabung und fuhr mit ihrem Jungen in die Zentrale der Modewelt, nach Paris. Wie er dort auffiel, beweist, dass er über außergewöhnliche Talente verfügt. Mit 16 Jahren, so sagt er, nach Aussagen von Mitschülern hat er sein Alter um 5 Jahre nach unten beschönigt, gewann er einen international ausgeschriebenen Wettbewerb um den schönsten Damenwollmantel. Sein Entwurf soll sich gegen insgesamt 200.000 Einsendungen durchgesetzt haben. Man kann sich das kaum vorstellen. Für den jungen Hamburger bedeutete es jedoch den Beginn einer großartigen und stetigen Karriere als Modedesigner und Kunstschaffender.
Karl Lagerfeld mit weißer Sonnenbrille in Malibu
Karl Lagerfeld mit weißer Sonnenbrille in Malibu

Eines seiner auffälligsten Kunstwerke ist er selbst: schlanke Figur, maßgerechte, engsitzende Kleidung, Vatermörder-Kragen, dunkle Brille, starke Augenbrauen, nach hinten gebundener Haarzopf (Pferdeschwanz) und ein gehobener Sprachstil machen ihn zum unverwechselbaren Markenzeichen seiner selbst. Da hat er offenbar doch etwas vom Hamburger Vater geerbt. Dessen Marke „Glückklee" hat es auch geschafft, für viele zu einem Synonym für Kondensmilch zu werden.

Karl Lagerfeld ließ sich zunächst von dem Modemacher Pierre Balmain anwerben und arbeitete später für mehrere bekannte Modehäuser. 1983 trat er in die Dienste der Firma Chanel, für die er vor allem „Prêt-à-Porter" („Bereit, um getragen zu werden") - Mode entwarf.

Lagerfeld gilt als hoch gebildet. Seine private Bibliothek soll über 300.000 Bücher umfassen. Gerne tritt er auch in Fernseh-Talk-Shows auf, bei denen er sich mit Bonmots in Erinnerung hält. Auf die Frage, warum er seine Models nie ganz nackt fotografiere, antwortete er, er sei kein Urologe. In einem Gespräch charakterisierte er sich als eine Art Schultafel, die immer wieder abgewischt werde, um neuen Themen Platz zu machen. Wie in seiner Position nicht anders zu erwarten, zieht er immer wieder auch Kritik auf sich. Das hindert ihn allerdings nicht daran, von Erfolg zu Erfolg zu eilen. Er ist ungeheuer vielseitig und kreativ, entwarf teure und billige Kleider, Hüte, Schuhe, Schmuckstücke, Accessoires und Parfüms. Er entwarf Spielzeuge, Motorradhelme, Bühnenbilder, Baupläne, betätigt sich als Fotograf, als Karikaturist, Buchhändler und Verleger. Der interdisziplinäre Designer gehört zu den 500 reichsten Deutschen.

Lagerfeld gilt als Entdecker des Topmodels Claudia Schiffer und ist der Fürstin Caroline von Monaco, die er einmal als die attraktivste ihm bekannte Frau bezeichnet hat, freundschaftlich eng verbunden. Er ist ein Mann, der sich vielseitig und ständig neu ausdrücken möchte. Dass er dabei nicht immer Topform erreichen kann, versteht sich von selbst. Der gebürtige Hamburger gilt als sehr disziplinierter Arbeiter und ist trotz seiner plus/minus 80 Jahre weiterhin neugierig, kreativ, engagiert und auf der Suche nach la prochaine mode.

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Bildquellen:

Vorschaubild, Karl Lagerfeld auf der Berlinale 2008, Siebbi, Wikipedia, (CC BY 3.0)

Karl Lagerfeld mit weißer Sonnenbrille in Malibu, gemeinfrei, bearbeitet von Andreas Werner