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Luther im Himmel

Das jünste Gericht

Christoph Werner

Der große Reformator steht vor dem jüngsten Gericht; er ist angeklagt, auf Erden wahrhaft unchristlich gehandelt zu haben, da er Hexen, Juden und andere Gegner zu ersäufen oder zu pfählen empfahl. Nun muss er sich vor Gott rechtfertigen, warum er gegen das biblische Gebot der Nächstenliebe verstoßen habe.

Lida Gustava Heymann – eine Hamburger Frauenrechtlerin

Lida Gustava Heymann – eine Hamburger Frauenrechtlerin

Herbert Kihm

„Schon als ganz junger Mensch […] empörte mich die Selbstüberschätzung und eitle Überheblichkeit der Männer. Ihre galante ebenso wie mißachtende Art, Frauen - besonders ihren Ehefrauen - zu begegnen, beide widerten mich an. Erwachsen, meiner selbst bewußt, schwor ich, mir meine persönliche Freiheit niemals durch Männer beeinträchtigen zu lassen (…).

(Quelle : http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biograph...)

Neben Anita Augspurg, ihrer Lebensgefährtin, gilt Heymann als die Leitfigur des radikalen Flügels der sogenannten bürgerlichen Frauenbewegung, der sich entschieden für die gesamte politische Gleichberechtigung von Frauen einsetzt.

Am 15. März 1868 wird Lida Gustava Heymann als dritte Tochter des Großkaufmanns Gustav Christian Heymann und dessen Frau Adele (geb. von Hennig) in Hamburg geboren. Wie ihre vier Schwestern wird sie in dem wohlhabenden Hause durch Gouvernanten und Hauslehrer unterrichtet. Sehr früh engagiert sie sich im sozialen Bereich.

Nach dem Tode des Vaters 1896 verwaltet Heymann mit zwei Freunden des Vaters das Familienvermögen.

Finanziell unabhängig durch das beträchtliche Erbe, richtet sie nun einen Mittagstisch für Arbeiterinnen und einen Kinderhort ein.

Im Hamburger Hafenarbeiterstreik organisiert sie ein kostenloses Mittagessen für die Streikenden und deren Familien. (Der Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97 gilt als einer der größten Arbeitskämpfe im Deutschen Kaiserreich. Er begann am 21. November 1896 und dauerte elf Wochen).

1898 erfolgt die Gründung des "Hamburger Zweigvereins der Internationalen Abolitionistischen Föderation" (IAF). Dieser Zusammenschluss ist um die Abschaffung der Reglementierung der Prostitution bemüht.

Während der Revolution von 1918/19 ist sie Mitglied des provisorischen Nationalrats des Volksstaats Bayern; in der Weimarer Republik ist sie Vizepräsidentin der deutschen Sektion der "Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit" und Mitherausgeberin der Zeitschriften "Die Frau im Staat" und "Zeitschrift für Frauenstimmrecht". Ihre Zeitschrift verstanden sie als Aufruf zur "selbständigen politischen Betätigung der Frauen: Die Frau im Staat will die wesentlichen Zusammenhänge von Völkerverständigung, dauerndem Frieden und Frauenpolitik darlegen, sie hat den Zweck, das politische Leben vom Standpunkte der Forderungen und der Mitwirkung der Frauen zu verfolgen, nicht vom einengenden nationalen oder parteipolitischen, sondern vom überparteilichen internationalen."

1923 forderten Lida Gustava Heymann und Anita Augspurg die Ausweisung Adolf Hitlers aus Deutschland.

Während Hitlers „Machtergreifung“ 1933 befanden sich beide auf einer Auslandsreise, von der sie nicht mehr nach Deutschland zurückkehrten. Sie standen bereits auf einer „Schwarzen Liste“, der zu „Liquidierenden“. Das Vermögen beider wurde komplett konfisziert. Heymann und Augsburg bleiben im Exil in der Schweiz, wo Lida Gustava am 31. Juli 1943 in Zürich stirbt.

Ihr Grab befindet sich, wie das ihrer Lebensgefährtin, die wenige Monate später starb, auf dem Friedhof Fluntern.

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Bildquelle: Porträt Lida Gustava Heymann (1868-1943), Journalistin, Frauenrechtlerin, Bundesarchiv, Bild 146-1987-143-05/CC-BY-SA3.0 via wikipedia commons (bearbeitet H.KIhm)